Kooperatives Lernen digital: Sind wir bereit? Wissenschaftliche Ergebnisse aus Co³Learn

Kooperatives Lernen digital: Sind wir bereit? Interview mit Prof. Dr. Lysann Zander und Kim Jördens Wissenschaftliche Ergebnisse aus Co³Learn Wie gut sind Hochschulakteur*innen auf digitales kooperatives Lernen vorbereitet? Das Projekt Co³Learn liefert spannende wissenschaftliche Erkenntnisse zu Chancen und Herausforderungen kooperativen Lernens im digitalen Raum – für Studierende und Lehrende gleichermaßen. In diesem Beitrag stellen Kim Jördens und Prof. Dr. Lysann Zander zentrale Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitstudie vor. Eine umfassende Befragung untersuchte, wie digitale Tools eingesetzt und genutzt werden – und welche Rolle dabei Einstellungen und Rahmenbedingungen spielen. Die Auswertung zeigt: Viele Tools werden bislang nur begrenzt genutzt. Im Mittelpunkt stehen daher nicht nur technische Aspekte, sondern auch die kooperativen Mindsets von Studierenden und Lehrenden sowie das Veranstaltungsklima als Schlüsselfaktor für gelingende Zusammenarbeit. Das Team der wissenschaftlichen Begleitung führte in regelmäßigen Abständen in verschiedenen Lehrveranstaltungen an den drei Verbunduniversitäten TU Braunschweig, Georg-August-Universität Göttingen sowie der Leibniz Universität Hannover Befragungen durch. Daran nahmen sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden aus über 50 Lehrveranstaltungen teil. Es wurde zum Beispiel nach Einstellungen zum Studium, dem Einsatz von digitalen Tools und dem Wohlbefinden von Studierenden gefragt. Welche Erkenntnisse liefert die Studie zur Wahrnehmung von Studierenden beim digitalen kooperativen Lernen? Unter welchen Bedingungen gelingt digitale Zusammenarbeit? Wir befinden uns noch mitten in der Auswertung der umfangreichen Datensätze; die Ergebnisse werden schrittweise wissenschaftlich publiziert. Aus den bisherigen Analysen lassen sich aber bereits drei Einsichten ableiten, die über die Frage „funktioniert digital oder nicht?“ hinausgehen. Erstens zeigt sich im Querschnitt ein klares Muster: Studierende mit kooperativen Mindsets erleben das Kursklima häufiger als unterstützend, und dieses wahrgenommene Kursklima hängt wiederum damit zusammen, ob digitale Kooperationsprozesse als lernförderlich bewertet werden (Jördens/Nöth/Zander 2024). Entscheidend ist damit weniger das Tool an sich als seine soziale und didaktische Einbettung – also ob die Lernumgebung Orientierung, Fairness, Wertschätzung und psychologische Sicherheit vermittelt. Zweitens verschiebt die Längsschnittanalyse den Blick: Ein positives Kursklima trägt langfristig dazu bei, dass kooperative Mindsets stärker werden, nicht aber umgekehrt (Jördens/Nöth/Zander 2025). Mindsets erscheinen damit nicht als fixe Eigenschaft, sondern als durch Erfahrungen formbar; Kursgestaltung wird zur zentralen Stellschraube, weil sie kooperative Haltungen überhaupt erst verlässlich hervorbringt und stabilisiert. Drittens ergänzt ein weiteres Paper diese Perspektive um ein konkretes Verhaltensbindeglied: In einer Studie fanden wir, dass Studierenden mit kooperativen Mindsets eher konstruktiv und selbstbestimmt Hilfe suchen (autonomieorientiertes Help-Seeking) und Hilfe seltener vermeiden – und dieses Hilfeverhalten steht wiederum mit höherem akademischem Engagement in Verbindung, besonders deutlich bei männlichen Studierenden (Zander/Halabi/Höhne i.E.). Besonders überraschte uns der Befund, dass entgegen verbreiteter Erwartungen MINT-Studierende im Mittel sogar stärkere kooperative Mindsets als Nicht-MINT-Studierende zeigten. Das deutet darauf hin, dass gerade in MINT ein relevantes Kooperationspotenzial vorhanden sein kann, das jedoch nicht automatisch sichtbar und vor allem nicht automatisch genutzt wird. Da kommen die Dozierenden in’s Spiel!  Kapitel Literatur Interviewpartnerinnen Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Kooperatives Lernen digital: Sind wir bereit? Wissenschaftliche Ergebnisse aus Co³Learn 12# Wissensnugget – Winterpause Instagram als projektbegleitende Kommunikationsplattform für studentische Beteiligung Kategorien Aktuelle Veranstaltungen Allgemein Evaluation How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Was können Lehrende tun, um Toolnutzung und gelingende Zusammenarbeit zu begünstigen? Unser Eindruck ist: Kooperation ist in vielen Lehrveranstaltungen bereits fest verankert, und Studierende erkennen grundsätzlich ihren Wert. Gleichzeitig ist die Bewertung von Gruppenarbeit häufig ambivalent, weil viele Studierende negative Erfahrungen machen – etwa durch ungleiche Arbeitsverteilung, Unzuverlässigkeit, unklare Erwartungen oder als unfair empfundene Bewertungspraktiken (zum Beispiel gleiche Note für alle trotz unterschiedlicher Beiträge). Klar ist: Kooperation ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Kompetenz, die gezielt aufgebaut werden muss. Lehrende können das unterstützen, indem sie Kooperationsphasen (Lernen und Üben) und Performanzphasen (Bewertung und Prüfung) bewusst trennen, Transparenz in Zielen, Rollen, Abläufen und Bewertungskriterien herstellen (einschließlich nachvollziehbarer Kriterien für individuelle Beiträge) und Aufgabenformate wählen, in denen Kooperation einen echten Mehrwert erzeugt, etwa durch arbeitsteilige Perspektiven, wechselseitige Abhängigkeiten und gemeinsame Syntheseprodukte statt bloßer Aufteilung in Einzelteile. Digitale Tools sollten dabei nicht „on top“ eingesetzt werden, sondern funktional an den Kooperationsprozess gekoppelt sein, beispielsweise für gemeinsames Planen, Dokumentieren, Feedback oder Versionierung. Dies war jedoch nicht Thema unserer wissenschaftlichen Begleitstudie. Welche Aspekte sind bei der Zusammensetzung der Kleingruppen mit Blick auf Diversität zu beachten? Für heterogene Gruppen ist aus der Forschung und aus Praxiserfahrungen besonders wichtig, Zeit und Struktur für den Aufbau einer gemeinsamen Grundlage einzuplanen, also für eine gemeinsame Wissensbasis, geteilte Erwartungen sowie Kommunikations- und Arbeitsregeln. Gerade rein digitale Startphasen können das erschweren. Günstig kann ein Wechsel von Präsenz- und Digitalphasen sein, insbesondere um Vertrauen aufzubauen, Missverständnisse zu reduzieren und gemeinsame Routinen zu etablieren. Diese Punkte stammen allerdings eher aus Erfahrung, der breiteren Forschung und Praxisliteratur, hier bedarf es noch systematischer Forschung; sie waren nicht Kern der wissenschaftlichen Begleitforschung im Projekt.   Wie können Lehrende die Akzeptanz von Toolnutzung für digitale Kollaboration unterstützen? Akzeptanz steigt typischerweise, wenn Lehrende Anreize für den Einsatz schaffen und Modelllernen ermöglichen: also Tools sichtbar und selbstverständlich nutzen, den Mehrwert konkret demonstrieren und eine offene, zuversichtliche Haltung vorleben, statt Unsicherheit oder Abwehr zu signalisieren. Eine Kultur von Neugier und Erprobung zusammen mit einer offenen und konstruktiven Gesprächsatmosphäre über Herausforderung bei der Nutzung kann sehr hilfreich sein. Auch dieser Bereich wurde im Projekt nicht systematisch untersucht, ist aber eine relevante Anschlussfrage für ein Folgeprojekt. Wie können Serviceeinrichtungen (Rechenzentrum, Beratung Hochschuldidaktik) Lehrende und Studierende beim Einsatz von Tools für gelingende Kooperation unterstützen? Serviceeinrichtungen spielen eine Schlüsselrolle, damit digitale Kooperations-Tools wirksam und nachhaltig genutzt werden. Aus unserer Erfahrung sind vor allem drei Aspekte entscheidend: Erstens eine praxisnahe und kontinuierliche Begleitung der Lehrenden, denn erst wenn sie Sicherheit im Tool-Einsatz gewinnen, wird dieser zuverlässig in der Lehre umgesetzt. Zweitens eine ressourcenschonende Unterstützung, weil Lehrende nur begrenzte Zeit haben; hier helfen kurze, zielgerichtete Schulungsformate, Best-Practice-Beispiele, Vorlagen sowie niedrigschwelliger Support, etwa Sprechstunden oder kompakte How-to-Materialien. Drittens die Befähigung der Lehrenden, Studierende strukturiert in die Toolnutzung einzuführen. Das ist zwar zusätzlicher Aufwand, zahlt sich aber aus: Gut vorbereitete Lehrende und informierte Studierende schaffen gemeinsam die Grundlage für gelingende digitale Kooperation. Literatur Jördens, K. A., Nöth, L., & Zander, L. (2025, September). Wie das Kursklima ein kooperatives Mindset bei Studierenden fördert: Eine längsschnittliche Analyse universitärer Lehrveranstaltungen. Vortrag

Projekte koordinieren – über Strukturen, Zusammenarbeit und Werte

Projekte koordinieren – über Strukturen, Zusammenarbeit und Werte von Sophie Domann, Lars Gerber, Lorenz Mrohs, Hannah Sloane, Johanna Springhorn Einleitung Innovative, zukunftsorientierte Vorhaben für die Lehre an Hochschulen werden oftmals über (drittmittelfinanzierte) Projekte erprobt, pilotiert und weitergeführt. Damit solche Hochschulentwicklungsprojekte erfolgreich sein können, müssen viele unterschiedliche Faktoren stimmen und dazu gehört insbesondere, dass die Zusammenarbeit im Projekt-Team funktioniert. Als Koordinator:innen und Mitarbeiter:innen von fünf unterschiedlichen Hochschulentwicklungsprojekten, die alle von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre (StIL) gefördert werden, tauschen wir uns seit zwei Jahren zu den Themenfeldern Zusammenarbeit und Kollaboration in Projekten aus. Wir haben festgestellt: Zwar sind Hochschulentwicklungsprojekte häufig unterschiedlich organisiert und strukturiert, Herausforderungen und Erfolge sind in der Koordination solcher Projekte oft aber auf ähnliche Determinanten zurückzuführen. Diese möchten wir anhand dreier Thesen vorstellen: Das strukturelle Umfeld des Projekts prägt die Team-Kultur und damit die Dynamiken der Projektzusammenarbeit. Interdisziplinäre Zusammenarbeit und studentische Einbeziehung in Lehrprojekten führen zu kreativeren Lösungsansätzen und einer höheren Akzeptanzbereitschaft von Veränderung(en).  Die Gestaltung der Zusammenarbeit fußt auf einer gemeinsamen Wertebasis des Teams. Für die Aushandlung dieser kann die Projektkoordination verantwortlich sein und diese zusammen mit dem Team ausarbeiten. Strukturelle Anbindung und Organisationsform prägen Projekte Das strukturelle Umfeld des Projekts bestimmt die Team-Kultur und damit die Dynamiken der Projektzusammenarbeit. Projektorganisation ist von den bestehenden Strukturen der Hochschulen geprägt. Kleinere Projekte, die in einer Organisationseinheit wie einer Professur, einem Lehrstuhl oder einem Institut angesiedelt sind, können meist auf etablierte Arbeitsformen zurückgreifen, die sich im Forschungs- und Lehralltag bewährt haben. Bei hochschulweiten oder gar Verbundprojekten, an denen unterschiedliche Organisationseinheiten beteiligt sind, greifen eingeübte Muster nicht mehr. Unterschiedliche Personen mit verschiedenen fachlichen und biographischen Hintergründen sollen plötzlich zusammenarbeiten und dafür passende Formen der Zusammenarbeit müssen erst gefunden und neu etabliert werden. Besonders herausfordernd ist hierbei, dass nicht nur die am Projekt beteiligten unterschiedlichen Fachbereiche eine gemeinsame „Sprache“ finden und dafür eventuell auf eigene Muster in der Zusammenarbeit zugunsten der gemeinsamen Projektarbeit verzichten müssen, sondern dass auch der wissenschaftsunterstützende Bereich mit ebenfalls eigenen Arbeitskulturen häufig an Entwicklungsprojekten beteiligt ist. So treffen nicht nur unterschiedliche Arbeitsformen aufeinander, sondern grundsätzlich unterschiedliche Arbeitslogiken. An Hochschulen arbeiten Wissenschaftssystem und Verwaltungssystem nach unterschiedlichen Logiken, deren Arbeitsabläufe unterschiedlich formalisiert sind (Musselin, 2007). Während Lehrstühle oder Professuren ihre Forschung weitestgehend beliebig organisieren können, wird in der Hochschulverwaltung nach klaren Vorgaben und Verwaltungsabläufen gearbeitet. In Entwicklungsprojekten treffen diese unterschiedlichen Logiken und Arbeitsweisen aufeinander und wollen in der Projektgruppe berücksichtigt werden. Das Bewusstsein für diese unterschiedlichen Arbeitskulturen ist dabei elementar für die Zusammenarbeit in Projektgruppen. Andernfalls kann es beispielsweise passieren, dass ein  wissenschaftliches Teilprojekt einen schnellen Testbetrieb anstrebt,  während die später zuständige Serviceeinrichtung noch Überprüfungs- und  Abwägungsbedarf hinsichtlich Testbetrieb und Ressourceneinsatz sieht. Dieses Wissen über strukturelle Unterschiede im Hochschulsystem sollte in Projekten berücksichtigt werden, um Herausforderungen in der Zusammenarbeit verstehen und einordnen zu können. Steuernd kann hier die Projektkoordination wirken, die nicht nur zu Projektbeginn ein Bewusstsein für diese Perspektivenvielfalt schafft, sondern auch die Zusammenarbeit strukturiert und begleitet. Kapitel Strukturelle Anbindung und Organisationsform prägen Projekte Perspektivenvielfalt für innovative Lösungen nutzen Akzeptanz von Veränderungen fördern Werte für die Zusammenarbeit als Team berücksichtigen Ausblick: Erwartungen an das Rollenverständnis von Projektkoordinationen für die Zusammenarbeit Quellen Autor*innenprofile Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen 12# Wissensnugget – Winterpause 11# Wissensnugget – Chat AI als Lernbuddy Instagram als projektbegleitende Kommunikationsplattform für studentische Beteiligung Kategorien Aktuelle Veranstaltungen Allgemein How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Perspektivenvielfalt für innovative Lösungen nutzen Interdisziplinäre Zusammenarbeit und studentische Einbeziehung in Lehrprojekten führen zu kreativeren Lösungsansätzen und einer höheren Akzeptanzbereitschaft von Veränderung(en). Wenn in einem Lehrprojekt interdisziplinäre Perspektiven und Beteiligte mit unterschiedlichem Status (z.B. sowohl Studierende als auch Lehrende) aufeinandertreffen, kann dies kreative Lösungsansätze fördern (Harrison & Klein, 2007). Diverse Fachkenntnisse und Wissen über die Bedarfe unterschiedlicher Zielgruppen von Lehrprojekten werden in einem solchen Umfeld zusammengebracht. Studierende und Lehrende aus verschiedenen Disziplinen bringen jeweils ihre spezifischen Erfahrungen und Kenntnisse ein, was zu einem breiteren Spektrum an Ideen führt. Das gegenseitige Anerkennen von Expertise spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Einbindung von Studierenden als Expert:innen für ihre eigene Lebenswirklichkeit und ihre praktischen Erfahrungen mit der Lehre im Studienalltag (Raffaele & Rediger, 2021, S. 11) kann dazu beitragen, Verbesserungsvorschläge für das Studium und die Lehre abzuleiten (Kunkel et al., 2022, S. 137). Lehrangebote und -formate können auf diese Weise authentischer gestaltet werden und diese Vielfalt an Denkansätzen ermöglicht es Teams, komplexe Probleme aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und neue Lösungsansätze zu erarbeiten. Bisweilen können dadurch auch unkonventionelle Vorschläge entstehen, wie Prozesse der Zusammenarbeit aufgesetzt werden können und welche Produkte gemeinsam erstellt werden. So entstand in einem Projekt ein Videoglossar zu Grundbegriffen der akademischen Welt, in dem in jeweils 45 Sekunden Lehrende, die zentralen Begriffe aus ihrem Fach definierten. Diese konnten u.a. von Studierenden für einen Beitrag im Glossar nominiert werden. Insbesondere, wenn alle Beteiligten im Projekt und ggf. seinen einzelnen Teilprojektstrukturen aktiv in die Zusammenarbeit eingebunden sind und immer wieder wertschätzend nach ihrer Sichtweise gefragt werden – sei es von der Projektleitung, einer Person in koordinierender Rolle oder aber auch anderen Projektbeteiligten – entsteht ein Umfeld, das Experimentierfreude fördert. Eine solche Arbeitsatmosphäre als Grundlage der Zusammenarbeit ist besonders wertvoll in Lehrprojekten, in denen die Entwicklung neuer Lehr- und Lernformate im Vordergrund steht und dient als fruchtbarer Boden für neue Ideen, die nicht nur die Lehrqualität nachhaltig verbessern können, sondern auch neue Formen der Zusammenarbeit voranbringen. Akzeptanz von Veränderungen fördern Durch die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams, entsteht (idealerweise) ein gemeinsam geteiltes Verständnis für die Ziele und Herausforderungen in Lehrprojekten. Die enge Zusammenarbeit fördert das Vertrauen zwischen den Beteiligten, was entscheidend ist, wenn es darum geht, Veränderungen zu implementieren. Da dies nicht von alleine passiert, ist es notwendig, dass die Projektkoordination entsprechende Austauschformate realisiert. Diese sollten idealerweise dazu beitragen, gegenseitiges Verstehen auch über Fächergrenzen zu fördern (Heidebrech & Sloane, 2024). Voraussetzung dafür, dass auch Studierende über Prozesse in hochschulischen Veränderungsprojekten mitbestimmen, ist eine unterstützende Kultur und Haltung der gesamten Organisation sowie insbesondere der Projektbeteiligten (Mercer-Mapstone et al., 2017, S. 131). Wenn alle Stakeholder aktiv in den Prozess eingebunden werden, sind sie eher bereit,  neue Lehrmethoden

Ein Blick in den Seminarraum: Abstrakte Konzepte veranschaulichen mit Flinga

Ein Blick in den Seminarraum: Abstrakte Konzepte veranschaulichen mit Flinga von Katrin Meyer & Verbundprojekt Co³Learn Wie lassen sich Studierende aktivieren und gleichzeitig abstrakte Konzepte vermitteln? Katrin Meyer nutzt ein Whiteboard-Tool, um anhand konkreter Beispiele verschiedene statistische Analyseverfahren mit Leben zu füllen. Mit einem Online-Whiteboard lassen sich von mehreren Personen gleichzeitig Inhalte an einem Ort sammeln, anordnen und bearbeiten. Über einen geteilten Link können alle Teilnehmenden einfach im Browser das Whiteboard besuchen. Ein Teilen per QR-Code ermöglicht die Teilnahme mit mobilen Endgeräten. Auch die Göttinger Lehrende Katrin Meyer setzt digitale Whiteboards in ihrer Lehre ein, so auch in ihrem Kurs „Statistical Data Analysis with R“. Wir erhielten im Rahmen einer Hospitation einen Einblick, wie sie das Online-Tool Flinga während einer Live Exercise nutzte. Hier entstanden ein Bildschirm-Mitschnitt und ein schriftliches Interview zum Thema Whiteboards. Online-Whiteboards ermöglichen das gemeinsame Sammeln und dynamische Anordnen von Wissen auf Karten. Selbst erstellter Screenshot des von Katrin Meyer verwendeten Boards aus  Teilnehmendensicht in Flinga mit Genehmigung von Flinga erstellt. CC  BY-SA 4.0. Kapitel Das Anwendungsbeispiel im Detail: Eine Live Exercise mit digitaler Unterstützung Autorinprofil Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen 12# Wissensnugget – Winterpause 11# Wissensnugget – Chat AI als Lernbuddy Instagram als projektbegleitende Kommunikationsplattform für studentische Beteiligung Kategorien Aktuelle Veranstaltungen Allgemein How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Katrin Meyer nutzte das Whiteboard-Tool Flinga gemeinsam mit den Studierenden um Fallbeispiele zu sammeln. Im Interview fragten wir Katrin Meyer, welche Vorteile sie in der Nutzung digitaler Whiteboards sieht. Mit Flinga ist es einfach, Ordnung zu halten. Das erleichtert es Katrin Meyer, die Diskussion zu moderieren. Verschiedene Whiteboard-Tools kommen mit unterschiedlichem Funktionsumfang und ihnen ganz eigenen Workflows. Was zeichnet das Tool Flinga aus? Katrin Meyer sieht verschiedene Vorteile. Vor der Sitzung können am Whiteboard Inhalte hinterlegt und Einstellungen vorgenommen werden. Wie lässt sich die Whiteboard-Nutzung effektiv vorbereiten? Katrin Meyer gibt Einblick in ihr Vorgehen. Das Anwendungsbeispiel im Detail: Eine Live Exercise mit digitaler Unterstützung In der im R-Kurs durchgeführten Live Exercise überlegen sich die Studierenden konkrete Anwendungsbeispiele aus Wissenschaft und Alltag für die zuvor erlernten statistischen Methoden. Hierzu wurde ein Board vorbereitet, in dem jede Methode in einer eigenen Farbe abgebildet ist. Fügen die Studierenden nun eine Karte mit einem Beispiel hinzu, so erscheint diese in der Standardfarbe violett und bleibt zunächst keiner Kategorie zugeordnet. Die Kommiliton:innen können nun eine Karte mit einem Beispiel der aus ihrer Sicht passenden Methode zuordnen. Dazu verschieben sie die Karte zum Namen der Methode. Sind die Studierenden mit den Zuordnungen anderer nicht einverstanden, so können sie diese korrigieren. In einer Plenumsdiskussion werden für jedes Beispiel die Gründe für die jeweilige Zuordnung diskutiert. Korrekte Zuordnungen werden festgehalten indem auch die jeweiligen Karten entsprechend der für die Kategorie gewählten Farbe eingefärbt werden. Es kann auch der Text auf den Beispiel-Karten verändert werden, wenn das zur eindeutigen Zuordnung notwendig ist. Katrin Meyer erklärt das Vorgehen bei der Live Exercise.  Durch die Diskussion wird dabei das Verständnis weiter vertieft und es werden ggf. Fehlvorstellungen korrigiert. Am Ende der Live Exercise steht somit eine ausführliche und auf Richtigkeit geprüfte Beispiel-Sammlung zu den verschiedenen Methoden. So erscheinen die abstrakten Konzepte hinter den Methoden greifbarer, alltagsnäher und lebendiger. Im Bildschirm-Mitschnitt wird das Vorgehen anhand der konkreten Beispiele sichtbar. https://www.co3learn.de/wp-content/uploads/2025/09/Screencast_Flinga_Live_Exercise_1_2.mp4 Teilnehmenden-Ansicht der Software Flinga. Der Mitschnitt wurde im Rahmen einer Hospitation in Katrin Meyers R-Kurs durch das Co³Learn-Team erstellt. Während der Besprechung der Ergebnisse entstandene Wartezeiten zwischen den Fragen sind gekürzt und das Video wurde beschleunigt. Musik: „Corporate Background Music“ von „original_soundtrack“. Die Nutzung des Boards nimmt auch Einfluss auf das Engagement der Studierenden. Katrin Meyer teilt ihre Erfahrungen. Es bleibt für Katrin Meyer als Lehrende mehr Zeit für Erklärungen, da die Studierenden aktiv die Bedienung des Boards übernehmen. Neben Flinga nutzte Katrin Meyer auch weitere Tools wie Particify und Kialo Edu in ihrer Lehre. Wir baten sie um ein Fazit zu ihren Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Tools. Mit diesem Fazit endet unser Einblick in die Lehre von Katrin Meyer. Wir freuen uns, dass die verwendeten kollaborativen digitalen Tools zum Gelingen der Lehre beitragen konnten und auch durch Studierende positiv bewertet wurden. Weitere Einblicke, Erfahrungsberichte, Interviews und Anwendungsideen zu digital unterstützter Lehre finden sich im Dossier „Digitale Kollaboration“. Wir bedanken uns herzlich bei Katrin Meyer und ihren Studierenden, die diesen Einblick möglich gemacht haben! Autorinprofil Dr. Katrin Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Forstwissenschaft und Waldökologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Neben ihren inhaltlichen Schwerpunkten der theoretischen Ökologie, ökologischen Modellierung, Biodiversitätstheorie, Statistik und dem wissenschaftlichem Arbeiten definiert Meyer auch didaktische Schwerpunkte für ihre Lehre. Meyer konzentriert sich besonders auf die Studierendenorientierung, Interaktion & Aktivierung, Theorie-Erlebnisse, das forschende Lernen und das projektorientierte Lernen. Für ihre Lehre an der Universität Göttingen erhielt Meyer 2021 den renommierten Ars legendi-Fakultätenpreis im Bereich der Biowissenschaften, der exzellente Hochschullehre in den Naturwissenschaften und der Mathematik auszeichnet. Hinweis: Im Whiteboard werden u.a. die Markennamen von Zahnpflegeprodukten verwendet. Hierbei handelt es sich um geschützte Marken, die Rechte an den Markennamen liegen bei den Herstellern. Die Verwendung dient ausschließlich der Illustration der betreffenden Beiträge und verfolgt keine kommerziellen Interessen.

Wenn Mathe auf Messenger trifft und Instagram zum Lehrmittel wird

Wenn Mathe auf Messenger trifft und Instagram zum Lehrmittel wird Interview mit Dr. Florian Leydecker von Nadine Maxrath und Katharina Stimming Einblicke von Dr. Florian Leydecker in seine Erfahrungen zu unterschiedlichen Kommunikationswegen Dr. Florian Leydecker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Mathematik an der Leibniz Universität Hannover. Er lehrt Mathematik für Wirtschaftswissenschaft sowie numerische Mathematik für Ingenieur*innen und wurde bereits mehrfach mit dem Preis für exzellente Lehre ausgezeichnet. In seiner Lehre ist ihm besonders wichtig, mit seinen Studierenden im guten Austausch zu bleiben und offen für neue Formate und Techniken zu sein. Dafür hat er schon einiges ausprobiert und teilt seine Erfahrungen im nachfolgenden Interview. Gerade in Großveranstaltungen ist Dr. Florian Leydecker aufgefallen, dass Studierende zwar aufmerksam zuhören, sich aber eher passiv verhalten. Aus diesem Grund begann der Mathematiker, mit verschiedenen Methoden zu experimentieren, um Studierende stärker einzubeziehen – unter anderem mit Clickerfragen und digitalen Wortwolken über das Tool Wooclap. Seiner Erfahrung nach, schätzen Studierende die Abwechslung durch diese Methoden und beteiligen sich gerne an Umfragen. Zu Beginn des Corona-Lockdowns startete er einen Instagram-Kanal, um nahbar zu bleiben und mit seinen Studierenden in Kontakt zu sein. Auf diesem Kanal zeigt er neben fachlichem Input auch Einblicke in seinen Alltag und ist über den Messenger direkt erreichbar. Sein Fazit: Die Hemmschwelle, Fragen zu stellen ist spürbar gesunken. Niedrigschwelligkeit, schneller Zugang und Nutzungsgewohnheit und die mediale Alltagsnutzung sind für ihn entscheidende Faktoren, die Wahl dieses Kanals als Kommunikationsweg begünstigen und erklären weshalb Studierenden so positiv auf seinen Instagram-Auftritt reagiert haben. Digitale Tools sind aus Sicht des Mathematikers eine sinnvolle Ergänzung zur Präsenzlehre, insbesondere wenn es um Kommunikation, Austausch und Aktivierung geht. Auch für Lerngruppen bieten digitale Tools zeit- und ortsunabhängige Möglichkeiten, sich zu organisieren. Entscheidend, um Studierende zu motivieren, ist aus seiner Sicht vor allem die eigene Begeisterung für das Fach und für die Lehre. Fragen wertschätzend zu beantworten und Studierenden auf Augenhöhe zu begegnen, kann dazu beitragen, Hemmungen abzubauen. Für neue Impulse in sucht er regelmäßig den Austausch mit anderen Lehrenden auch über die eigene Hochschule hinaus. Wer Interesse hat, sich weiter zum Thema auszutauschen, ist herzlich eingeladen, sich bei Nadine Maxrath oder Dr. Florian Leydecker zu melden. Nachfolgend ist das gesamte Interview in Abschnitten aufgeteilt zu finden: 300 Studierende erreichen und begeistern Dr. Florian Leydecker ist bekannt für seine Offenheit gegenüber neuen Lehrmethoden und seinen besonderen Draht zu Studierenden. Im Gespräch berichtet er, wie es ihm gelingt, seine Lehrveranstaltungen kontinuierlich weiterzuentwickeln – mit dem Ziel, Studierende stärker einzubeziehen, zur aktiven Teilnahme zu motivieren und eine lebendige Lernatmosphäre zu schaffen. Dabei spricht er auch über konkrete Methoden wie Clickerfragen oder digitale Wortwolken, die helfen, selbst in großen Vorlesungen echte Beteiligung zu fördern. 0:00 / 0:00 Interview Part 1 Kapitel 300 Studierende erreichen und begeistern Über den Mut Fragen zu stellen und die Verantwortung sichere Räume zu schaffen Kommunikation, die ankommt Über Anonymität und digitale Räume, die Nähe ermöglichen Dort erreichbar sein, wo Studierende eh schon sind: Warum Instagram wirkt Matrix in der Lehre: Zwischen Neugier und digitaler Realität Gemeinsam statt einsam: Wie Lern-Communities Studierende verbinden Zweite Chance mit neuen Ideen Digitale Tools als starke Begleiter der Präsenzlehre – Was noch besser werden kann Studierende motivieren und mitnehmen Austausch unter Lehrenden zur Weiterentwicklung der Lehre Abschluss Autorinnenprofil Profil Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen 12# Wissensnugget – Winterpause 11# Wissensnugget – Chat AI als Lernbuddy Instagram als projektbegleitende Kommunikationsplattform für studentische Beteiligung Kategorien Aktuelle Veranstaltungen Allgemein How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Über den Mut Fragen zu stellen und die Verantwortung sichere Räume zu schaffen Dr. Florian Leydecker und Nadine Maxrath gehen der Frage nach, was gelungene Wissensvermittlung ausmacht und wie echter Austausch mit Studierenden gelingen kann. Im Fokus stehen dabei die gegenseitige Bereitschaft zum Dialog in der Lehre, ein wertschätzender Umgang auf Augenhöhe sowie die Bedeutung von Offenheit und Mut. Sie sprechen darüber, warum Lehrende nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch Räume halten sollten, in denen Studierende sich sicher fühlen, Fragen zu stellen und aktiv mitzudenken. 0:00 / 0:00 Interview Part 2 Kommunikation, die ankommt Welche Kanäle eignen sich, um mit Studierenden in echten Austausch zu treten? Dr. Florian Leydecker berichtet von seinen Erfahrungen mit klassischen Plattformen wie dem Stud.IP-Forum, E-Mail und neuen Wegen über Instagram oder den Messenger Matrix. Im Fokus steht die Frage, wie Kommunikation niedrigschwellig, wertschätzend und wirksam gestaltet werden kann – damit Studierende sich trauen, Fragen zu stellen und in den Dialog zu gehen. 0:00 / 0:00 Interview Part 3 Über Anonymität und digitale Räume, die Nähe ermöglichen Dr. Florian Leydecker gewährt Einblicke in seine Lehre und erzählt, wie Instagram für ihn zu einem wertvollen Kommunikationskanal geworden ist. Mit persönlichen Inhalten zeigt er sich als Mensch hinter dem Dozierenden – und schafft damit Nähe, Vertrauen und echte Verbindung. Die Folge: Studierende verlieren Berührungsängste, suchen aktiv den Kontakt und stellen Fragen ganz direkt – oft samt Foto von Aufgaben oder konkreten Herausforderungen. 0:00 / 0:00 Interview Part 4 Dort erreichbar sein, wo Studierende eh schon sind: Warum Instagram wirkt Dr. Florian Leydecker spricht über die besondere Rolle von Instagram als direkter Draht zu seinen Studierenden. Die Plattform ermöglicht schnelle, unkomplizierte Kommunikation – oft mit einem Foto und einer kurzen Frage. Genau diese Vertrautheit mit dem Medium, die Möglichkeit zur Anonymität und der niedrigschwellige Zugang senken Hemmschwellen deutlich. Während sich Studierende in privaten Räumen wie WhatsApp oder Studydrive untereinander austauschen, schafft Leydecker über seine Kanäle bewusst offene, erreichbare Räume für Rückfragen – transparent, freiwillig und ohne Bewertung. 0:00 / 0:00 Interview Part 5 Matrix in der Lehre: Zwischen Neugier und digitaler Realität Dr. Florian Leydecker wagt den Blick hinter ein ehrliches Experiment: Mit dem Open-Source-Messenger Matrix wollte er eine einfache, sichere und direkte Kommunikation mit seinen Studierenden schaffen. Trotz technischer Vorteile wie der Verknüpfung mit Stud.IP und der mobilen Erreichbarkeit blieb der erhoffte Austausch – etwa über gemeinsame Klausuraufgaben – aus. Warum? Hohe Belastung, Zeitmangel und vielleicht auch Gewohnheiten im digitalen Alltag der Studierenden standen dem Engagement entgegen. Leydecker reflektiert offen über den Zwiespalt zwischen Korrektur und Diskussion und zeigt, wie

Textarbeit gemeinsam denken

Textarbeit gemeinsam denken – Eine studentische Perspektive auf kollaboratives Lesen als Vorbereitung für Seminare von Juliana Arosemena und Lea Hinrichs Was ist das Tool SHRIMP und wie kann es am besten im Studium eingesetzt werden? Juliana Arosemena und Lea Hinrichs, zwei studentische Mitarbeiterinnen aus dem Verbundprojekt Co³Learn, haben sich über das Tool und dessen Einsatzmöglichkeiten im Studium sowie in der Lehre ausgetauscht. Juliana hat im Selbststudium und in Zusammenarbeit mit anderen Studierenden sowie Mitarbeitenden des Projektes mit SHRIMP experimentiert. Dadurch hat sie einen guten Überblick über das Tool und dessen Potenzial für Zusammenarbeit und gemeinsames Lesen und Lernen bekommen. In ihrem Gespräch betonen Lea und Juliana die Möglichkeiten, die SHRIMP als Tool für das gemeinsame Lehren und Lernen bietet und wie es eingesetzt werden kann. Abbildung 1: Lea und Juliana (v. links) im Podcast-Tonstudio des Sandkastens (TU Braunschweig). 0:00 / 0:00 Intro & Vorstellung Das Tool SHRIMP & Social Reading SHRIMP ist eine Software, mit der PDF-Dokumente gemeinsam und asynchron von mehreren Nutzer:innen annotiert werden können. Von Kommentar- und Textmarkierungsfunktionen über Emoji-Reaktionen bis hin zur Link-Einbettung ist SHRIMP eine App, die das Konzept von Social Reading — das gemeinsame Lesen von Texten als soziale Erfahrung — ortsunabhängig ermöglicht. Juliana ist durch ihre Arbeit im Verbundprojekt Co³Learn auf SHRIMP gestoßen und hat großes Potenzial in der App als ergänzendes Tool für ihr Studium erkannt. 0:00 / 0:00 Kollaboratives Annotieren Kapitel Intro und Vorstellung Das Tool SHRIMP & Social Reading Gemeinsames Lesen und Annotieren mit und in SHRIMP für Seminardiskussionen Vorteile bei der Nutzung von SHRIMP für Studierende Unsicherheiten beim wissenschaftlichen Lesen und Diskutieren abbauen Vorbereitung des Lesens in und mit SHRIMP Nutzung von SHRIMP über Seminarkontexte hinaus Wünschenswerte Features für SHRIMP Fazit zur Nutzung von SHRIMP Autorinnenprofil Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Textarbeit gemeinsam denken 10# Wissensnugget – In Geschichten denken – Storytelling als Lehrstrategie 9# Wissensnugget – Gruppenchat und Insta-Story Kategorien Aktuelle Veranstaltungen How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Gemeinsames Lesen und Annotieren mit und in SHRIMP für Seminardiskussionen Anstatt klassische Seminar­diskussionen zu ersetzen, versteht Juliana das Lesen von (wissenschaftlichen) Texten in SHRIMP als ideale Vorarbeit für eine gelungene Diskussion im Seminarraum. Gründe, weshalb sich Studierende nicht an Diskussionen beteiligen, können vielfältig sein. Viele Studierende bringen Unsicherheiten mit z.B., ob die eigenen Gedanken zur Diskussion passen – auch Juliana kennt diese Situation: „Ich selbst, im vierten Mastersemester, habe immer noch Momente, in denen ich mich frage, ob meine Gedanken zum Text überhaupt hilfreich oder relevant sind.“  SHRIMP bietet hier eine niedrigschwellige Möglichkeit, erste Gedanken, Unklarheiten oder Eindrücke zu teilen, ohne gleich im Seminar das Wort ergreifen zu müssen. Wenn Studierende gemeinsam Texte annotieren, entstehen sichtbare Anknüpfungspunkte, auf die im Seminar direkt Bezug genommen werden kann. Entlang der einzelnen Kommentare und Reaktionen können Studierende und Lehrende dann auch die Diskussion gezielter ausrichten. Abbildung 2: Selbst erstellter Screenshot von Annotationen in SHRIMP mit Genehmigung von SHRIMP erstellt. CC BY-SA 4.0. 0:00 / 0:00 Unterschiede zur bisherigen Lektürevorbereitung Vorteile bei der Nutzung von SHRIMP für Studierende SHRIMP bietet die Möglichkeit, das akademische Lesen zu schulen. Beispielhaft könnten Studierende in Tutorien zur Einführungsvorlesung in der Kunstwissenschaft gemeinsam an einem Text arbeiten und dabei erste Erfahrungen mit dem Kommentieren, Fragenstellen oder dem Verlinken von Inhalten sammeln. Hier könnten niedrigschwellige Anforderungen (z.B. fünf Reaktionen pro Person) helfen, die Auseinandersetzung mit dem Text zu fördern. Langfristig können Studierende so auch Sicherheit für die Arbeit mit wissenschaftlichen Texten gewinnen. Juliana sieht in diesem Zusammenhang eine weitere Chance: Für den weiteren Studienverlauf könnten bereits frühzeitig Lesen und Diskutieren eingeübt werden und damit Beteiligungshemmungen gesenkt werden. 0:00 / 0:00 Vorteile für Studierende der Kunstwissenschaft Unsicherheiten beim wissenschaftlichen Lesen und Diskutieren abbauen Was Juliana aus den Online-Veranstaltungen während der Corona-Pandemie gelernt hat: Viele Studierende bevorzugten es, sich über den Chat zu äußern anstatt das Mikrofon zu nutzen. Gründe hierfür könnten Nervosität oder die Angst, etwas „Falsches“ zu sagen, sein. Möglicherweise bietet das Schreiben einen anderen Schutzraum. Auch wenn Annotationen in SHRIMP mit Namen angezeigt werden, schafft das digitale Interface eventuell eine Entlastung. Das Annotieren kann asynchron erfolgen, die Stimme bleibt außen vor und die Sichtbarkeit der eigenen Meinung wirkt weniger exponiert als im Seminarraum. Für Studierende, die eher zurückhaltend agieren, könnte die Nutzung des Tools daher ein erster Schritt sein, sich intensiver in Diskussionen einzubringen und die eigenen Gedanken zu teilen. 0:00 / 0:00 Unsicherheiten durch SHRIMP abbauen Vorbereitung des Lesens in und mit SHRIMP Juliana betrachtet die Vorbereitung für das Arbeiten mit SHRIMP in Seminaren aus zwei Perspektiven. Als Studentin würde sie sich einen Ordner (in SHRIMP werden diese „Pod“ genannt) mit allen für das Seminar relevanten Texten wünschen. Um dem Fall vorzubeugen, dass nur einzelne Studierende einen Text im Vorfeld des Seminars gelesen haben, könnte die Lehrperson die Erwartung formulieren, dass jede:r zwischen fünf und zehn Interaktionen im Text hinterlässt. Hier wären sowohl Kommentare, Emoji-Reaktionen, Fragen als auch Verweise auf andere Texte oder Bilder denkbar. Wenn Studierende gemeinsam Texte annotieren, entstehen sichtbare Anknüpfungspunkte, auf die im Seminar direkt Bezug genommen werden kann. Entlang der einzelnen Kommentare und Reaktionen können Studierende und Lehrende dann auch die Diskussion gezielter ausrichten. Aus der Perspektive von Tutor:innen könnte sich Juliana vorstellen, Studierende mit dem Tool beim akademischen Lesen über Vorlesungen hinaus zu begleiten und somit über den Austausch zu Texten ein tieferes Verständnis des Gelesenen zu begünstigen. In beiden Fällen bietet der Einsatz von SHRIMP für die Lehrperson eine Möglichkeit festzustellen, ob ein Text von allen Teilnehmenden gelesen wurde. Dies sei der erste Schritt für eine gelungene Diskussion im Seminar. Juliana und Lea sind sich in diesem Zusammenhang einig, dass vor allem die Seminare, in denen wirklich Austausch stattfand, den beiden im Gedächtnis blieben. 0:00 / 0:00 Angepasste Seminarvorbereitung für Studierende und Lehrende Nutzung von SHRIMP über Seminarkontexte hinaus SHRIMP ist nicht nur ein Tool für die gemeinsame Lektüre für oder im Seminar, sondern kann auch bei der Überarbeitung eigener wissenschaftlicher Arbeiten helfen. Beispielsweise kann SHRIMP für Feedbackprozesse im Rahmen von Haus- oder Abschlussarbeiten eingesetzt werden und bietet damit eine datenschutzkonforme Möglichkeit,

Ein Blick in den Seminarraum: Debattieren mit Kialo Edu

Ein Blick in den Seminarraum: Debattieren mit Kialo Edu von Katrin Meyer & Verbundprojekt Co³Learn Im Wintersemester 2023/24 führte die Göttinger Lehrende Katrin Meyer eine Digitale Debatte im Rahmen einer Lehrveranstaltung zur Biodiversitätstheorie durch. Das Projekt Co³Learn durfte sie dabei begleiten. Im Video gibt es einen Einblick in das Debatten-Tool Kialo Edu, didaktische Überlegungen zur Digitalen Debatte und die Umsetzung der Debatte im Seminarraum. Wir erfahren Katrin Meyers Fazit – und wie die Studierenden auf die Debatte und das Tool Kialo Edu reagiert haben. https://www.co3learn.de/wp-content/uploads/2025/06/Kialo_Edu_Katrin_Meyer.mp4 Intro-Musik: „Heartfelt journey“, Universfield auf Freesound Herzlichen Dank an Katrin Meyer für die Möglichkeit, die Debatte zu begleiten, und für die spannenden Einblicke! Ein Überblick und weiteres Material zum Thema „Digitale Debatte“ anhand ausgewählter didaktischer Szenarien und konkrete Tipps zum Umgang mit Kialo Edu finden sich hier. Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Ein Blick in den Seminarraum: Debattieren mit Kialo Edu 6# Wissensnugget – KI trifft Lehre Zwischen Studium und Verbundprojekt Kategorien Aktuelle Veranstaltungen How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Autorinprofil Dr. Katrin Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Forstwissenschaft und Waldökologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Neben ihren inhaltlichen Schwerpunkten der theoretischen Ökologie, ökologischen Modellierung, Biodiversitätstheorie, Statistik und dem wissenschaftlichem Arbeiten definiert Meyer auch didaktische Schwerpunkte für ihre Lehre. Meyer konzentriert sich besonders auf die Studierendenorientierung, Interaktion & Aktivierung, Theorie-Erlebnisse, das forschende Lernen und das projektorientierte Lernen. Für ihre Lehre an der Universität Göttingen erhielt Meyer 2021 den renommierten Ars legendi-Fakultätenpreis im Bereich der Biowissenschaften, der exzellente Hochschullehre in den Naturwissenschaften und der Mathematik auszeichnet.

Zwischen Studium und Verbundprojekt

Zwischen Studium und Verbundprojekt: Tools und Teamwork für gelingende digitale Zusammenarbeit von Lea Hinrichs Im folgenden Beitrag teilt Lea Hinrichs ihre Erfahrungen aus der Mitarbeit im Verbundprojekt Co³Learn als studentische Hilfskraft. Dabei beschreibt sie insbesondere die Transfermöglichkeiten der Projektinhalte und des Gelernten für ihr Studium und die weitere berufliche Zukunft. Communication, Cooperation und Collaboration – das sind die drei Kernthemen, die namensgebend für das Projekt Co³Learn stehen. In meiner Zeit als studentische Mitarbeiterin im Verbundprojekt lernte ich – verbunden mit den drei Schlagworten – einiges für meine berufliche Zukunft, aber vieles besonders für meine Studienzeit. Ich habe Einblicke in die Projektarbeit gewonnen und gelernt, wie eine (digitale) Zusammenarbeit gut funktionieren kann und was es dafür benötigt. Inwiefern meine Tätigkeit als studentische Mitarbeiterin für die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts so auch aktiven Einfluss auf die Gestaltung meines Studiums nahm und was meine Learnings aus fast zwei Jahren im Projekt sind, soll dieser Beitrag skizzieren. Vereinfachte Kooperation mithilfe der Toolbox Ich fing etwa ab der Hälfte meines Masterstudiums an, bei Co³Learn zu arbeiten. Kennengelernt habe ich dort die Toolbox, die kostenlos nutzbare Tools direkt in der Lehr-Lern-Plattform Stud.IP bietet. In der Toolbox findet sich eine Vielzahl digitaler Tools, die mir schon im Bachelorstudium sehr genützt hätten. Mit den Tools können Gruppenarbeiten beispielsweise leichter koordiniert werden, Texte schneller und visuell ansprechender aufbereitet werden und Notizen (bspw. für Hausarbeiten) einfach auf einem digitalen Whiteboard gesammelt werden. Dieses Video zeigt, wo sie genau zu finden ist: https://www.co3learn.de/wp-content/uploads/2025/06/Video-Wo-finde-ich-die-Toolbox-in-StudIP_Handy.mp4 Co³Learn, Reel zur Toolbox im Stud.IP für @co3learn auf Instagram, CC BY NC SA (4.0). Hinweis: Dieses Video entstand im Mai 2024, daher können die aktuellen Inhalte der Toolbox abweichen. Kapitel Vereinfachte Kooperation mithilfe der Toolbox Kommunikation im Team ​ Die digitale Kollaboration in einem Verbundprojekt Der Transfer in den Studienalltag​ Autorinprofil Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen 12# Wissensnugget – Winterpause 11# Wissensnugget – Chat AI als Lernbuddy Instagram als projektbegleitende Kommunikationsplattform für studentische Beteiligung Kategorien Aktuelle Veranstaltungen Allgemein How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Dass ich die Toolbox nun erst gegen Ende meiner Studienzeit kennengelernt habe, war zwar schade, aber immerhin konnte ich die darin enthaltenen Tools so noch für die letzten Seminare und Vorlesungen nutzen. So habe ich mir beispielsweise bei InfinityMaps ein Whiteboard mit Notizen für eine Gruppenarbeit angelegt, das von meinen Gruppenmitgliedern ergänzt werden konnte. Wir konnten so gemeinsam am selben Dokument arbeiten – sowohl in Präsenz als auch digital. Die Gruppenarbeit lief so unkomplizierter als sonst, was auch die anderen Mitglieder aus meiner Gruppe so wahrgenommen und bestätigt haben. Und meine anderen Kommiliton:innen haben sich schließlich über die Empfehlung gefreut, da viele die Toolbox ebenfalls nicht kannten. Neben einer effizienten Kooperation – beispielsweise mit Hilfe der Tools – ist auch eine funktionierende Kommunikation wichtig. Wie diese in meinem beruflichen Alltag aussah, möchte ich nun beleuchten. Kommunikation im Team Im Projekt Co³Learn war ich für die Öffentlichkeitsarbeit tätig, dazu gehörte anfangs vor allem die Betreuung des Instagram-Accounts und anschließend auch die Mitarbeit an Newslettern und Webseite. Ich habe also immer mit anderen im Team gearbeitet. Da sich das Projekt inhaltlich mit der Zusammenarbeit im digitalen Raum befasst, war die Struktur für die gemeinsame Arbeit von den drei Projektstandorten aus (Georg-August-Universität Göttingen, Leibniz Universität Hannover und Technische Universität Braunschweig) gut organisiert. Um dabei auch zielführend miteinander kommunizieren zu können, waren regelmäßige synchrone Besprechungen wichtig. In wöchentlichen Meetings des Instagram-Teams sprachen wir über die geplanten Beiträge und erstellten gemeinsam Redaktionspläne. Dafür trafen wir uns synchron über das Tool Gather.Town, in dem wir unsere Avatare in einem virtuellen Bürogebäude in einer Sofaecke versammelten und uns so besprechen und austauschen konnten. Neben den synchron stattfindenden Besprechungen war auch der asynchrone Austausch elementar für die funktionierende Zusammenarbeit. Während meiner Zeit im Instagram-Team erstellten wir unsere Beiträge, Videos und Stories für den Instagram-Account des Projekts (www.instagram.com/co3learn) mit Canva. Co³Learn, Screenshot @co3learn auf Instagram, CC BY NC SA (4.0). https://www.co3learn.de/wp-content/uploads/2025/06/Video-Was-ist-die-Academic-Cloud-und-wo-finde-ich-sie_Handy.mp4 Co³Learn, Reel zur Academic Cloud für @co3learn auf Instagram, CC BY NC SA (4.0). Hinweis: Dieses Video entstand im April 2024. Da jede*r von uns verschiedene Beiträge erstellte, schickten wir Links zu fertigen Beiträgen innerhalb unseres Chat-Tools in unseren Instagram-Channel, wo wir asynchron aus dem Team eine Rückmeldung bekamen – sowohl über Kommentare direkt in Canva als auch per Chat. Und auch darüber hinaus lief die Kommunikation sehr produktiv über die kurzen Chat-Nachrichten. Ich empfand sie niedrigschwelliger als eine Kommunikation per E-Mail, da Anreden wegfielen, wir formloser kurze Nachrichten schreiben und schnell auf Nachrichten der anderen reagieren und antworten konnten. So konnten wir uns beispielsweise mit wenigen kurzen Nachrichten darauf verständigen, einen Termin zu verschieben oder einen neuen zu planen. Diese gut funktionierende synchrone und asynchrone Kommunikation war ein wichtiges Fundament für die gelingende Kollaboration, die ich im Folgenden weiter ausführen möchte. Die digitale Kollaboration in einem Verbundprojekt Die studentischen Mitarbeitenden des Instagram-Teams hatten zwar stets eine Ansprechperson aus dem Kern-Team, wir organisierten und besprachen uns zeitweise jedoch auch selbstständig. Die vorausgehend erläuterte synchrone und asynchrone Kommunikation im Team ermöglichte eine Regelmäßigkeit in unseren Treffen, die die räumliche Distanz überbrücken konnte und uns einen festen (digitalen) Raum für die Besprechungen bot. Zentral für die Arbeit im Instagram-Team war auch das Tool ownCloud, das ein Teil der Academic Cloud ist. Was die Academic Cloud ist und wie sie von Angehörigen niedersächsischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen genutzt werden kann, erkläre ich in dem folgenden Video: https://www.co3learn.de/wp-content/uploads/2025/06/Video-co3learn-auf-Instagram.mp4 Co³Learn, Reel zur Academic Cloud für @co3learn auf Instagram, CC BY NC SA (4.0). Hinweis: Dieses Video entstand im August 2024, daher können die aktuellen Inhalte der Academic Cloud abweichen. Die ownCloud bietet einen Cloud-Speicherplatz für Dateien, auf die alle aus dem Projekt zugreifen konnten. Zudem ist OnlyOffice darin integriert, sodass direkt in der ownCloud Dateien (Dokumente, Textdateien, Tabellen etc.) synchron im Team bearbeitet werden können. Hier hatten wir aus dem Instagram-Team einen digitalen Redaktionsplan in Form einer großen Tabelle gespeichert, in der wir monatsweise die geplanten Beiträge und Stories sowie die jeweilige Zuständigkeit einer Person aus dem Team eintragen konnten. Dies ersparte uns ein

Communitybuilding für Communitybuilder

Communitybuilding für Communitybuilder Hochschulübergreifende Zusammenarbeit als Selbstversuch von Dr. Katja Franz, Lars Gerber, Anna Sophie Jäger, Anna Scarcella, Johanna Springhorn, Sabrina Zeaiter, Sven Zulauf In diesem Beitrag wollen wir anhand der Erfahrungen aus unserer dreijährigen Arbeit als Community of Practice, der Art unseres Zusammenarbeitens und wie wir in Zukunft zusammenarbeiten werden, zeigen, wie Kollaboration und Kooperation in einem freiwilligen Zusammenschluss von motivierten Personen aussehen kann. Die Besonderheit und Stärke unserer Community bestehen darin, dass wir uns bundesweit anhand unserer thematischen Ausrichtung und Aufgaben zusammengefunden haben. Wir haben uns einen eigenen inhaltlichen und technischen Rahmen gegeben und bringen aufgrund der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Hochschultypen vielfältige Sichtweisen und differenziertes Erfahrungswissen mit. Ein wichtiges Ziel unseres Beitrags besteht daher darin, zu verdeutlichen, wie gewinnbringend uns die Vernetzung über das eigene Projekt und auch die eigene Hochschule hinaus erscheint, um gemeinsam das Lehren und Lernen der Zukunft mitzugestalten. Kooperation zwischen Lehrenden sowie der Austausch von Ideen und Materialien rund um die Lehre sind an Hochschulen keine Selbstläufer. Als Mitarbeiter*innen verschiedener Hochschulen in Einzel- und Verbundprojekten, die von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördert werden, widmen wir uns der Herausforderung des Communitybuildings. Unser Netzwerk umfasst Hochschuldidaktiker*innen und andere Mitarbeitende aus dem Third Space, die das Ziel verfolgen, Communities von Lehrenden und Studierenden in der einen oder anderen Form zu initiieren, zu begleiten und zu stabilisieren. So haben wir eine Community of Practice „Communitybuilding für Communitybuilder“ gegründet und stehen seit Ende 2022 im kontinuierlichen Austausch. In unserer Zusammenarbeit stellen wir uns insbesondere die folgenden Fragen: Wie und wodurch kann Communitybuilding für Lehrende und Studierende ein gewinnbringender Teil der Hochschullehre sein/werden? Welche Herausforderungen entstehen für uns als Communitybuilder?  Wie können wir unseren Zielgruppen den Mehrwert von Kooperation in Lehr-Lernnetzwerken näherbringen? Wie kann eine angemessene Begleitung von Lehr-Lerncommunities durch Unterstützung aus dem Third Space aussehen? Grundlagen unserer Community: Freiwillige und ko-kreative Zusammenarbeit Unsere Community basiert auf einem starken Fundament intrinsisch motivierter Beteiligter. Unsere Zusammenarbeit wird von äußeren Rahmenbedingungen und inneren Werten geprägt. Die Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Hochschulformen – von Universitäten über Fachhochschulen bis hin zu Technischen Hochschulen bzw. Universitäten – bereichert unsere Zusammenarbeit und ermöglicht einen breiten Austausch von Perspektiven und Praktiken. Ursprünglich setzte sich unsere Community aus von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Projekten der Förderlinie „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ zusammen. Die im Rahmen der TURN 2022 gewonnene Erkenntnis, mit ähnlichen Aufgaben zur Vernetzung von Lehrenden und Studierenden betraut zu sein, bildete den Auftakt dieser Community. Unsere überwiegend digitale Zusammenarbeit wird durch ein jährliches Präsenztreffen ergänzt, welches den persönlichen Austausch fördert und vertieft. Kapitel Grundlagen unserer Community: Freiwillige und ko-kreative Zusammenarbeit Formate der Zusammenarbeit innerhalb der Community Digitale Tools im Spiegel institutioneller Rahmenbedingungen Zusammenarbeit als Community: Hochschullehre weiterdenken​ Autor*innenprofile Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen 12# Wissensnugget – Winterpause 11# Wissensnugget – Chat AI als Lernbuddy Instagram als projektbegleitende Kommunikationsplattform für studentische Beteiligung Kategorien Aktuelle Veranstaltungen Allgemein How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen In unserer Community ist Ko-Kreation ein zentrales Prinzip, das wir in der Zusammenarbeit bewusst leben. Das von- und miteinander Lernen auf Augenhöhe ist uns ein fundamentaler Wert. Wir verzichten bewusst auf Hierarchien und feste Leitungsstrukturen, stattdessen setzen wir auf geteilte und rotierende Verantwortung und Eigeninitiative. Diese Struktur ermöglicht es uns, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren, fördert den hochschulübergreifenden Austausch und produziert Beiträge zur Forschungs- und Entwicklungslandschaft. Unsere Prinzipien der Selbstorganisation und Freiwilligkeit sorgen dafür, dass auch neue Mitglieder jederzeit willkommen sind und sich einbringen können. Auch wenn uns projektbasierte Strukturen und dadurch bedingte Fluktuationen vor Herausforderungen stellten, ist uns in den letzten drei Jahren eine fruchtbare und kontinuierliche Zusammenarbeit gelungen. Durch klare Nachfolgeregelungen und die intrinsische Motivation unserer Mitglieder, sich weiter zu engagieren – unabhängig von ihrer aktuellen Position oder Hochschule – können und konnten wir diese Veränderungen in der Community immer wieder gut auffangen. Formate der Zusammenarbeit innerhalb der Community Unsere Community haben wir als dynamischen Raum gestaltet. Gemeinsam arbeiten wir an der Förderung von Communitybuilding und Lehr-Lernnetzwerken. Neben dem Austausch über unsere jeweiligen Netzwerkformate diskutieren wir übergreifende Themen und Fragestellungen, Probleme und Lösungsansätze. Dieser  Erfahrungs- und Wissensaustausch wird in verschiedenen Formaten realisiert, die unsere Zusammenarbeit strukturieren und effektiv gestalten. Dabei gehen wir jeweils zielorientiert vor: 1. Präsenztreffen Auftakttreffen Bei diesem ersten Präsenztreffen im Juni 2023 kamen zwölf Personen aus elf Hochschulen für ein erstes Kennenlernen am Lehrenden-Service-Center der HTW Berlin zusammen. Es wurden die jeweiligen Projekte vorgestellt mit Fokus darauf, wie wir Lehrende (und Studierende) für den Austausch über Lehren und Lernen zusammenbringen können. Darüber hinaus haben wir gemeinsame Herausforderungen wie die Limitierung durch Fach- und Hochschulstrukturen, gesammelt. Ziel war es, erste Lösungsideen für diese zu entwickeln und den Grundstein für unsere weitere Zusammenarbeit zu legen. Anschlusstreffen Unser zweites Präsenztreffen im April 2024 fand an der Philipps-Universität in Marburg statt. Es diente einerseits dazu, die thematische Arbeit zu vertiefen, das heißt unter anderem grundsätzliche Themen zu diskutieren, wie beispielsweise den Unterschied zwischen „Community“ und „Netzwerk“. Andererseits nutzten wir das Treffen dazu, unsere Zusammenarbeit durch Publikationen und Veranstaltungsbeiträge, wie einen Beitrag für das University Future Festival 2024 (U:FF), weiterzuentwickeln. Treffen auf Tagungen und Konferenzen Wir nutzten verschiedene Konferenzen, wie z.B. die TURN 2023 und 2024 sowie die HFDCon 2024 als Anlass, neue Impulse für die Zusammenarbeit in unserer Community zu erhalten und uns vor Ort fachlich und themenbezogen, aber auch auf persönlicher Ebene, auszutauschen. 2. Regelmäßige Videokonferenzen Unsere Zusammenarbeit führen wir in synchronen Onlinetreffen fort, die etwa alle 4-6 Wochen stattfinden. Bei diesen regelmäßigen Austauschtreffen werden Ideen geteilt und gemeinsam Lösungen für individuelle und standortübergreifende Herausforderungen entwickelt. Neben der Vorstellung und Diskussion der jeweiligen Formate (z.B. MarSkills Forum, BiLinked LehrBar und studentische Austauschtreffen, Tag der Last-Minute Lehrvorbereitung von Co³Learn, Interdisziplinärer Marktplatz von InDiNo, didakTISCH von ViBeS) bieten wir uns gegenseitig kollegiale Beratungen, arbeiten an Entwürfen für Tagungsbeiträge oder kollaborativ an gemeinsamen Texten. Screenshot aus einer Videokonferenz mit Sven Zulauf, Anna Sophie Jäger, Anna Scarcella, Johanna Springhorn, Dr. Katja Franz, Lars Gerber, Sabrina Zeaiter (v. links oben) 3. Aktive Teilnahme an Fachdiskurs und Erkenntnistransfer Beim U:FF 2024 (University Future Festival) beteiligten

Vom Insta-Scroll zum Zoom-Call

Vom Insta-Scroll zum Zoom-Call: Mein unerwartetes Interview mit Christian Spannagel und über die Vorteile von Offenheit in der Hochschullehre von Nadine Maxrath  Im Interview spricht Prof. Dr. Christian Spannagel darüber, wie er digitale Tools gezielt einsetzt, um innovative Lehransätze wie die Verbindung von Inverted Classroom und HyFlex voranzutreiben. Dabei zeigt er, wie er traditionelle Präsenzlehre mit digitalen Ansätzen kombiniert und kollaborative Prozesse unter Studierenden fördert. Ein spannendes Gespräch voller praxisnaher Einblicke! Manchmal nehmen die besten Dinge ganz unerwartet ihren Lauf. Morgens, auf dem Weg zur Arbeit, saß ich in der Bahn und scrollte durch Instagram, als mir ein Video von Prof. Dr. Christian Spannagel angezeigt wurde. Mein erster Gedanke: Ach cool, der wäre genau der Richtige, um unser Projekt bekannter zu machen und die Aufmerksamkeit anderer Lehrender zu gewinnen. Ohne lange zu überlegen, tippte ich eine Nachricht an Prof. Spannagel und erzählte kurz von unserem Projekt. Beim Abschicken dachte ich noch: Das gibt eine Absage oder die Bitte, eine offizielle Anfrage zu stellen. Doch kurz darauf die Überraschung: „Ja klar, wollen wir dazu mal zoomen?“ – damit hatte ich nicht gerechnet!  Nach einem ersten Treffen und Klärung offener Fragen vereinbarten wir direkt einen Termin zum Interview. Gemeinsam mit meiner Kollegin Dr. Henrike Neubauer trafen wir uns online, und es wurde ein sehr angenehmes Gespräch, bei dem ich mein Interesse, aus Zeitgründen, mehr als einmal zurückhalten musste. Prof. Spannagel wusste immer genau, worauf ich mit meinen Fragen hinauswollte. Aber besonders beeindruckt hat mich seine Offenheit, als es um die Herausforderungen in der Lehre ging. Er sprach ehrlich und direkt darüber, wo es hakt – etwas, das oft vermieden wird. Jedoch ist diese Ehrlichkeit wichtig, denn sie öffnet den Raum für echte Lösungen. Was dieses Interview mir gezeigt hat Rückblickend hat mich dieses Interview nicht nur inhaltlich bereichert, sondern auch die Stärken digitaler Kooperation auf beeindruckende Weise vor Augen geführt. Es zeigte erneut, wie viel wir erreichen können, wenn wir unsere lokalen Hochschulgrenzen überwinden und uns auf digitale Werkzeuge einlassen und dass wir vielleicht auch etwas lernen müssen. Die Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, sind enorm: Wir können uns unkompliziert und schnell mit Menschen vernetzen, die wir vielleicht nie persönlich getroffen hätten. Zeit- und Ortsunabhängigkeit machen es möglich, mit wenig Aufwand spannende Gespräche zu führen und wertvolle Impulse zu gewinnen. Der Austausch über verschiedene Perspektiven bereichert und öffnet neue Lösungsräume – gerade bei Herausforderungen, die uns alle betreffen.   Noch wichtiger: Es hat mir gezeigt, wie viel wir gewinnen können, wenn wir mit Offenheit und Neugier auf andere zugehen. Schwierigkeiten und Herausforderungen müssen kein Hindernis sein, sondern können durch ehrlichen Austausch in Chancen verwandelt werden. Für mich war dieses Interview ein voller Erfolg – und ich hoffe, dass es auch die Zuschauer*innen inspiriert, die Potenziale digitaler Zusammenarbeit zu nutzen und offen für neue Wege in der Lehre zu sein. Kapitel Direkt zum Videobeitrag Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Vom Insta-Scroll zum Zoom-Call Virtuelle Zusammenarbeit verstetigt etablieren Kollaborative Lehrveranstaltungen gemeinsam umsetzen Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen https://www.co3learn.de/wp-content/uploads/2025/01/Spannagel_final_mp4_kleine_Version.mp4 Wer jetzt noch Interesse hat, sich mit Prof. Dr. Christian Spannagel zu vernetzen, der besucht die Seite der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und findet mehr als einen Weg. Ein kurzer Hinweis auf dieses Interview wäre hilfreich. https://www.ph-heidelberg.de/mathematik/personen/lehrende/spannagel/  Und wer Lust hat, digitale Tools kreativ in ihrer/seiner Lehre einzusetzen, die/der vernetzt sich mit uns und unserer Community und kommt zu den monatlichen Online-Treffen: https://www.co3learn.de/community/ 

Meeting Crafting

Meeting Crafting – über digitale Tools, Kompetenzen und die Gestaltung erfolgreicher Meetings Interview mit Dr. Marie Ritter und M. Sc. Darien Tartler „Im Idealfall gehst du energetisiert und glücklich aus einem Meeting heraus.“ Dr. Marie Ritter Effiziente Meetings in der digitalen Lehre: Strategien und Tools für Hochschulen Meetings sind ein unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen und akademischen Zusammenarbeit – von Lehrplänen und Forschungsprojekten bis hin zu interdisziplinären Kooperationen. Doch wie oft verlassen Teilnehmende ein Meeting mit der Frage, ob dieses wirklich notwendig war? Oder ob der zeitliche Aufwand dem Nutzen entsprach? In der heutigen Arbeitswelt – geprägt von digitalen Tools und hybriden Formaten – wird die Kunst des effizienten Meetings immer wichtiger. Die Expert*innen Dr. Marie Ritter und M. Sc. Darien Tartler teilen in einem Interview ihre Perspektiven auf die Gestaltung wirkungsvoller Besprechungen in der Hochschullehre und zeigen, wie digitale Tools die Zusammenarbeit nachhaltig verbessern können. In einem Workshop haben die beiden Wissenschaftler*innen ihr Know-How für die virtuelle Teamarbeit vermittelt. Wie das konkret aussehen kann, erzählt Dr. Marie Ritter. Für die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeits- und Organisationspsychologie an der TU Braunschweig beginnt ein erfolgreiches Meeting lange vor dem eigentlichen Termin. „Ein Meeting sollte gut durchdacht sein, bevor es beginnt. Es braucht klare Ziele und eine Agenda, die den roten Faden vorgibt“, erklärt sie. Diese Vorbereitung sei essenziell, um sicherzustellen, dass die Diskussion zielgerichtet bleibt und alle Beteiligten wissen, was von ihnen erwartet wird. Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse gab es in ihrem Workshop für alle Teilnehmenden spannende Tipps, die sogenannten Meeting-Hacks. 0:00 / 0:00 Effiziente Meetings Beiden Wissenschaftler*innen ist wichtig, dass man Meetings nicht einfach nur über sich ergehen lässt, sondern dass man sich aktiv einbringt, sowohl bei der Gestaltung wie auch beim Inhalt. Darien Tartler, ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeits- und Organisationspsychologie, formuliert das so: „Wir nutzen das Konzept des Meeting-Crafting, bei dem Meetings wie ein Produkt gestaltet werden – mit viel Aufmerksamkeit für Details.“ Hier geht es weniger um einen speziellen Tipp – also Hack – sondern vielmehr um ein grundlegendes Prinzip. Das bedeutet, dass jedes Meeting so gestaltet wird, dass es den Bedürfnissen der Teilnehmenden entspricht. Tartler nennt als Beispiel die bewusste Auswahl von Methoden zur Entscheidungsfindung: „Manchmal braucht es eine Abstimmung, manchmal eine offene Diskussion. Das sollte im Vorfeld festgelegt werden.“ Über die Gestaltung von Meetings zu reden und sie selbst zu gestalten, führt zu mehr Arbeitszufriedenheit, Motivation und gesteigerter Leistung. 0:00 / 0:00 Meeting Crafting Kapitel Effiziente Meetings in der digitalen Lehre: Strategien und Tools für Hochschulen Der Mensch im Fokus – nicht das Tool Digitale Tools: Möglichkeiten und Herausforderungen Reflexion und aktive Einbindung Die Perspektive der Studierenden: wertvolle Impulse für die Lehre Ein Blick in die Zukunft: digitale Kompetenzen als Schlüsselqualifikation Fazit: Meetings mit Mehrwert gestalten Autor*innenprofil Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen University:Future Festival 2025 4# Wissensnugget – Hybride Lehre 3# Wissensnugget – Wooclap Kategorien Aktuelle Veranstaltungen How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Der Mensch im Fokus – nicht das Tool Beide Expert*innen sind sich einig: So wichtig digitale Tools auch sind, sie stehen nicht an erster Stelle. „Der Mensch und die Aufgabe stehen immer vor dem Tool“, betont Ritter. Ein Tool könne nur so gut sein wie die Menschen, die es nutzen. Tartler ergänzt: „Wenn Menschen sich in ein Meeting eingebunden fühlen, wird es produktiver. Das gelingt, indem sie aktiv einbezogen werden – sei es durch die Vergabe von Rollen oder durch kollaborative Tools wie gemeinsame Whiteboards.“ Ein Beispiel für diese Philosophie ist die Nutzung von digitalen Whiteboard-Tools, die sich insbesondere in der Hochschullehre bewährt haben. Sie ermöglichen es, Gedanken und Ideen visuell darzustellen, was gerade in komplexen Diskussionen hilfreich ist. „Wenn alle auf ein gemeinsames Whiteboard schauen können, wird das Verständnis erleichtert und Missverständnisse werden schneller ausgeräumt“, so Dr. Marie Ritter. 0:00 / 0:00 Vorteile digitaler Tools Digitale Tools: Möglichkeiten und Herausforderungen Digitale Tools bieten zweifellos viele Vorteile – aber ihre Einführung bringt auch Herausforderungen mit sich. Die Wissenschaftlerin hebt hervor, dass der Umgang mit Tools wie Microsoft Teams, Zoom oder Padlet nicht nur technische Kenntnisse erfordert, sondern auch ein Umdenken in der Meeting-Kultur. „Die Fähigkeit, digitale Tools gezielt und kreativ einzusetzen, ist heute essenziell“, betont sie. Darien Tartler beschreibt ein Beispiel aus der Praxis: „In einem hybriden Meeting haben wir mit Studierenden gearbeitet, die vor Ort und online teilgenommen haben. Mit Hilfe eines digitalen Whiteboards konnten beide Gruppen gleichberechtigt interagieren. Das war nur möglich, weil die Technik und die Didaktik aufeinander abgestimmt waren.“ Solche Szenarien verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass Hochschulen sowohl die technische Infrastruktur bereitstellen als auch Schulungen für Lehrende und Studierende anbieten. 0:00 / 0:00 Vorteile digitaler Tools 2 Reflexion und aktive Einbindung Meetings laufen nicht immer reibungslos – manchmal verliert sich die Energie im Raum oder die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden schwindet. Wie kann man in solchen Momenten reagieren? Darien Tartler bringt es auf den Punkt: „Die Leute wortwörtlich ‚mit ins Boot holen‘ trifft den Punkt sehr gut. In der Moderator*innen-Rolle fühlt man sich oft etwas hilflos und fragt sich, warum es gerade nicht richtig läuft. Die Antwort darauf kann jedoch oft am besten das Team selbst geben.“ Tartler betont, wie wichtig es ist, den Austausch zu suchen und gemeinsam zu reflektieren, wo das Problem liegen könnte. Eine kurze Reflexion – ob im Team oder in Einzelgesprächen – kann oft den Schlüssel zur Lösung liefern. Dr. Marie Ritter ergänzt, wie hilfreich regelmäßige Reflexionsmomente sind: „Man kann sich wirklich regelmäßig Zeit dafür einplanen – und das ist, glaube ich, auch sehr hilfreich. Zum Beispiel könnte man in jedem Quartal eine größere Sitzung einplanen, in der man sich gezielt über die eigenen Meetings austauscht. Aber auch schon zwei Minuten am Ende eines Meetings können viel bewirken.“ Hierbei geht es nicht nur um Rückblick, sondern auch um den Mut, während eines Meetings innezuhalten. Wenn niemand beteiligt ist oder die Diskussion nicht vorankommt, kann es effektiver sein, das Gespräch bewusst zu unterbrechen und gemeinsam zu überlegen, wie man sich besser vorbereiten oder das Meeting produktiver gestalten kann. Diese proaktive Herangehensweise sorgt nicht